Demenz vom Alzheimertyp

Demenz vom Alzheimertyp

Als Demenz vom Alzheimertyp (DAT) wird eine progrediente neurodegenerative Erkrankung bezeichnet, die wie auch andere Erkrankungen zu einer Demenz führt.

Demenzen sind ein Problem mit zunehmender sozialmedizinischer Bedeutung in unserer Bevölkerung. Betagte oder auch hochbetagte Menschen können sich sehr weitgehend selbst versorgen, auch wenn sie einen Diabetes, einen hohen Blutdruck, eine Herzinsuffizienz oder auch Gelenkprobleme haben. Besteht aber auch eine Demenz, so geht die Selbstständigkeit bald verloren und Pflegebedürftigkeit tritt ein.

Demenzprozesse sind im Alter über 65 fast genauso häufig wie bekanntere Altersprobleme wie z.B. Diabetes oder eine koronare Herzkrankheit. Tatsächlich sind wohl etwa 3% aller Menschen in der Bundesrepublik in der Gruppe zwischen 65 und 69 Jahren von einer mittelgradigen oder schweren Demenz betroffen. Dieser Anteil nimmt mit steigendem Lebensalter zu und erreicht bei den über 85jährigen etwa 25%. Die AD ist die häufigste Demenzform.

Welche Symptome ergeben den Verdacht auf eine Demenz?

Nachlassen des Gedächtnisses, v.a. das Lernen neuer Gedächtnisinhalte ist beeinträchtigt. Einbuße früher vorhandener intellektueller Fähigkeiten wie Denkvermögen, Fähigkeit zu Abstrahieren, Informationen zu verarbeiten, sich ein Urteil zu bilden. Häufig auch Verlust von Orientierungsvermögen, Verlust der Sprache oder des Sprachverständnisses sowie Werkzeugstörungen (nicht mehr wissen, wie z.B. eine Gabel funktioniert). Schließlich Störungen der Motivation, der emotionalen Kontrolle und des Sozialverhaltens (die Persönlichkeit des Kranken hat sich verändert). Sinnestäuschungen, Verkennungen von Situationen und auch Personen. Die Wachheit oder Bewussseinshelligkeit ist in der Regel nicht vermindert.

Was passiert im Gehirn bei der Alzheimer Demenz?

Diese Erkrankung ist durch einen Verlust von Nervenzellen und durch die charakteristischen Neurofibrillenveränderungen sowie die Bildung von Plaques in vielen Hirnregionen charakterisiert. Dieser Zelluntergang bewirkt, dass z.B.Neurotransmitter wie Acetylcholin im Gehirn von Alzheimerpatienten fehlen.
Die Ursache für diesen Zellverlust ist letztendlich noch unbekannt. In letzter Zeit sind eine Reihe von genetischen Befunden bekannt geworden. Z.B. gibt es eine genetisch determinierte Alzheimerform (etwa 5% der Fälle) mit frühem Beginn und autosomal-dominantem Erbgang. Bei diesen Patienten fanden sich Veränderungen auf den Chromosomen 21, 14 und 1. Vor wenigen Jahren konnte als wichtiger Risikofaktor für das Auftreten einer Alzheimer Demenz das Apolipoprotein E, dessen genetische Information auf Chromosom 19 liegt, identifiziert werden. Das Risiko erhöht sich, wenn das Epsilon-4-Allel in einer oder mehreren Kopien beim Probanden nachgewiesen werden kann. Ein weiterer Risikofaktor scheint das Auftreten eines Morbus Down (Mongolismus) in der Familie zu sein.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ein sicherer Nachweis zu Lebzeiten ist nicht möglich. Eine feingewebliche Untersuchung nach dem Tode zeigt die oben erwähnten Paques und Fibrillenveränderungen. Für die tägliche Arbeit ist v.a. wichtig, zuerst einen Demenzprozess zu erkennen und davon z.B. eine depressive Pseudodemenz oder eine gutartige Altersvergesslichkeit abzugrenzen. Hierzu sind regelmässig eine Fremdanamnese an einer mit dem Patienten gut bekannten Person und die Durchführung von Testverfahren erforderlich. Ist dann eine dementielle Entwicklung anzunehmen, müssen behandelbare Erkrankungen- die zur Demenz führen können - ausgeschlossen werden.

Wie wird behandelt?

Eine Heilung der Alzheimer Demenz ist derzeit nicht möglich. Therapeutische Bemühungen zielen auf eine Verlangsamung des Krankheitsprozesses und auf eine Besserung der kognitiven Fähigkeiten bzw. auf ein möglichst optimales Einsetzen geminderter kognitiver Fähigkeiten. Mittlerweile wird eine Reihe von Medikamenten eingesetzt, die in den Acetylcholinstoffwechsel eingreifen. Die Substanz Memantine wird v.a. in fortgeschrittenen Formen versucht. Versuche laufen, die Bildung und Ablagerung der typischen krankheitsassoziierten Proteine zu verhindern bzw. auch dagegen zu "impfen". Regelmässig werden auch Maßnahmen der Pflege und der Betreuung organisiert werden müssen. Um den Patienten besser in seine familiäre Umgebung zu integrieren müssen häufig auch Psychopharmaka zu Behandlung von Verstimmungen, Verwirrung, Ängstlichkeit und Unruhe eingesetzt werden. Besondere Beachtung und Betreuung verdient auch die primäre Bezugsperson des Patienten. Hier gilt es v.a. Isolation und sozialen Rückzug zu vermeiden.
FUVIFEB09
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Nervenheilkunde in Ebersberg